Das Hilfsprojekt Kinderdorf Bottrop in Gambia hat den Grundstein für ein neues Schulgebäude gelegt. 500 Kinder werden dort unterrichtet. Das Hilfsprojekt Kinderdorf Bottrop in Gambia nimmt die letzte Bauhürde. Vereinsvorsitzender Wolfgang Gerrits legte Ende November den Grundstein für ein Sechs-Klassen-Gebäude. Es soll 2025 zum 40-jährigen Bestehen des Bottroper Vereins offiziell übergeben werden. Mit der Fertigstellung des 50.000 Euro teuren Neubaus kommen 500 Jungen und Mädchen in den Genuss einer kostenlosen vorschulischen Betreuung und einer täglichen warmen Mahlzeit.

Pate Winfried Wigge inmitten der Schulkinder in Gambia. Foto: Gerrits

Nachdem der Bottroper Verein im Jahr 2017 die von ihm errichtete Berufsschule an den Staat übergeben hat, fokussiert er seitdem seine Arbeit auf den Vorschulbereich. Vor sechs Jahren besuchten 225 Kindergarten-Kinder die Bottroper Einrichtung. Heute sind es bereits 400 Steppkes, die die blau-weiße Schuluniform in den Stadtfarben Bottrops tragen.

Vestisches Gymnasium Kirchhellen hat Bau des Schulgartens unterstützt

Mit der Anzahl der Kinder wuchs die Anlage um zwei weitere Schulgebäude mit jeweils vier Klassen. Jetzt kommen noch weitere sechs Klassen hinzu. „Mehr geht nicht“, erläutert Wolfgang Gerrits. „Wir sind flächenmäßig ausgereizt.“

Mit der Fertigstellung des Neubaus werden die Kinder in insgesamt 18 Klassen unterrichtet. Den bereits erfolgten Ausbau der Mensa hat das Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) finanziert. 7000 Euro hat die Partnerschule in den Anbau investiert. Nun wird mit einer 2000-Euro-Finanzspritze des Lions-Hilfswerks aus Dinslaken die Küchenerweiterung vorgenommen. Damit ist das Kinderdorf vorbereitet, um alle seine 500 Kinder auf der Anlage beköstigen zu können.

Zur täglichen Versorgung der Kinder mit Obst und Gemüse trägt nicht unwesentlich der 1100 Quadratmeter große Schulgarten bei, der mit finanzieller Hilfe des Vestischen Gymnasiums angelegt wurde. Die Kirchhellener Schule trägt nicht nur die Kosten für den Anbau und Unterhalt, sondern übernimmt auch die Löhne für zwei angestellte Gärtner.

Nachhaltiges Projekt für Bewässerung

Um nicht länger kostbares Trinkwasser aus den Brunnen für die Bewässerung der riesigen Garten- und Grünanlagen zu ziehen, wurden im Kinderdorf Bottrop erstmals in diesem Jahr mehrere tausend Liter Regenwasser aufgefangen. Dieses nachhaltige Projekt, das die Bewässerung in der Trockenperiode von Mitte November bis Anfang Mai ermöglicht, wurde mit Unterstützung des Oberhausener Sophie-Scholl-Gymnasiums umgesetzt. Nach dem jetzt erfolgten Test wird nun die Anlage in einem zweiten Schritt optimiert, so dass später weitere Gebäude mit Dachrinnen, Abflussrohren und Sammelbecken ausgestattet werden.

Auch wenn im Jahr 2025 baulich „das Ende der Fahnenstange“ erreicht ist, sei für den Verein Kinderdorf Bottrop in Gambia noch lange nicht Schluss, sagt Wolfgang Gerrits. Der Unterhalt der gesamten Anlage sowie die Löhne und Gehälter der dann fast 50 angestellten Kräfte würden einen Großteil des Budgets verschlingen. Zudem wartet noch das mit Hilfe des Josef-Albers-Gymnasiums geplante Kulturprojekt seine Umsetzung. Und es gibt noch viele Ideen, die „Bottrop in Gambia“ noch attraktiver machen. Auch wenn Kindergartenleiter Pa Arona Jagana heute schon sagt: „Das Bottroper Projekt ist eine Vorzeigeanlage im gambischen Erziehungswesen. Es gibt kaum Vergleichbares.“

Die WAZ berichtet

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